Dippacher Grundschüler erreichen Platz 1 in Thüringen und Platz 3 in Deutschland
Laufen, springen, balancieren, tanzen – und dabei gemeinsam über sich hinauswachsen: Für die Kinder der Grundschule „Am Grünen Band“ in Dippach hat sich der sportliche Einsatz der vergangenen Monate mehr als gelohnt. Beim bundesweiten Wettbewerb „DEICHMANN bewegt – Deutschlands fitteste Grundschule 2026“ erreichte die Schule einen herausragenden 1. Platz in Thüringen und den 3. Platz in ganz Deutschland. Damit gehört die kleine Grundschule aus dem Wartburgkreis offiziell zu den drei erfolgreichsten Schulen der bundesweiten Bewegungsinitiative.

Die Freude in Dippach ist riesig. Schließlich war die Konkurrenz groß: Mehr als 150 Grundschulen und rund 30.000 Kinder beteiligten sich 2026 deutschlandweit und sammelten gemeinsam mehr als 480.000 Bewegungseinheiten. Nur die Grundschule Hagelstadt aus Bayern und die Nibelungenschule Viernheim aus Hessen landeten in der bundesweiten Wertung vor den Dippachern.
Vier Wochen lang wurde Dippach zur „Weltraumstation“
Die Aufgabe des Wettbewerbs passte perfekt zur bewegungsfreudigen Ausrichtung der Schule. DEICHMANN stellte den teilnehmenden Grundschulen unter dem Motto „Mission Weltall und Astronautentraining“ ein Bewegungsprogramm zur Verfügung. Vier Wochen lang sollten möglichst viele Bewegungseinheiten in den Schulalltag integriert werden. Dazu gehörten ein etwa zehnminütiges Bewegungsprogramm und ein Parcours in der Turnhalle. Gefragt waren unter anderem Kraft, Koordination, Gleichgewicht, Reaktionsfähigkeit und Ausdauer. Gleichzeitig mussten die Schulen ein eigenes kreatives Motivationskonzept entwickeln, mit dem Kinder, Pädagogen und Eltern für die Aktion begeistert werden.



Genau daraus machte die Grundschule „Am Grünen Band“ ihre ganz eigene Weltraummission. Die Bewegung sollte nicht nur im Sportunterricht stattfinden, sondern zum selbstverständlichen Bestandteil des gesamten Schultages werden. Das passte zur Schule, die bereits 2024 als „bewegungsfördernde Grundschule“ ausgezeichnet wurde und Bewegung unter anderem in Unterricht, Pausen, Frühhort und Nachmittagsbetreuung integriert.
In der Turnhalle entstand deshalb für vier Wochen ein großer Weltraum-Bewegungsparcours, der immer wieder verändert und an die Ideen und Fähigkeiten der Kinder angepasst wurde. Die Schülerinnen und Schüler konnten ihn bereits vor Unterrichtsbeginn, während des Unterrichts und am Nachmittag nutzen. Woche für Woche wurden Stationen variiert, damit Neugier und Bewegungsfreude erhalten blieben.
Doch damit nicht genug: Die Schule entwickelte sogar ein eigenes Bewegungslied samt Choreografie. Darin wurden die vorgegebenen Bewegungsaufgaben musikalisch miteinander verbunden. So wurde auf dem Schulhof gemeinsam gesprungen, balanciert, ausgewichen und getanzt – und aus einer sportlichen Aufgabe wurde ein Gemeinschaftserlebnis.
Raketenhefte sorgten für zusätzlichen Ehrgeiz
Besonders motivierend war das eigens entwickelte Punktesystem. Jedes Kind erhielt ein Raketenheft, in dem die absolvierten Einheiten festgehalten wurden. Für die Teilnahme am Bewegungslied oder einen Durchlauf des Parcours gab es Punkte. Nach jeweils zehn Einheiten durfte eine Rakete ausgemalt werden. Am Ende jeder Woche wurden die Ergebnisse ausgezählt und für die einzelnen Klassen zusammengetragen.
Im Foyer machte eine große, selbst gestaltete „Schulrakete“ den Fortschritt für alle sichtbar. Jede Klasse besaß ihre eigene Rakete – und Woche für Woche rückten die fleißigsten „Astronauten“ ein Stück weiter nach oben. So entstand ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem nicht allein sportliches Können zählte, sondern vor allem regelmäßige Teilnahme, Ausdauer und gemeinsamer Einsatz.
Dass das Konzept funktionierte, zeigen auch die Zahlen: 283 dokumentierte Teilnahmen und 9.209 absolvierte Bewegungseinheiten kamen über die vier Klassenstufen zusammen. Besonders eindrucksvoll ist dabei, dass die Kinder unabhängig von Alter oder persönlichem Fitnessniveau mitmachen konnten – denn genau darum geht es bei „DEICHMANN bewegt“: nicht darum, einzelne Kinder sportlich zu bewerten, sondern möglichst viele für regelmäßige Bewegung zu begeistern.
Eine ganze Schulgemeinschaft bewegte sich
Der Erfolg war dabei keineswegs allein Sache der Kinder. Lehrkräfte und pädagogisches Personal machten mit und wurden selbst zu Astronauten. Auch die Eltern waren eingeladen, sich zu beteiligen. Bei einer zusätzlichen Foto-Challenge entstanden gemeinsam mit ihren Kindern kreative Bewegungsbilder. Die schönsten Beiträge wurden mit kleinen Flugraketen prämiert.

Die Kinder selbst entwickelten während der vier Wochen immer neue Ideen für den Parcours. Teilweise wurde bereits früh am Morgen jede freie Minute genutzt, um eine weitere Herausforderung zu bewältigen. Die wöchentlichen Auswertungen machten den Wettbewerb zusätzlich spannend.
Unterstützung kam auch aus der Gemeinde: Die erfolgreichsten „Astronauten“ erhielten als Anerkennung 10er-Karten für das Schwimmbad. Damit führte sogar der Preis wieder zurück zum eigentlichen Anliegen der Aktion – Kinder nachhaltig in Bewegung zu bringen.
Aus einer Mission wird ein riesiger Erfolg
Bei der bundesweiten Bewertung zählte schließlich nicht nur die Zahl der Bewegungseinheiten. Nach Angaben des Veranstalters flossen auch Qualität und Innovationskraft des eingereichten Motivationskonzeptes in die Entscheidung der Jury ein.
Dass die Dippacher Weltraummission die Jury überzeugte, macht das Ergebnis umso schöner: Thüringensieger und Platz 3 in Deutschland. Mit dem dritten Platz auf Bundesebene ist zugleich ein Preisgeld von 1.500 Euro verbunden; für die ausgezeichneten Schulen auf Landesebene sieht die Initiative ebenfalls eine Anerkennung von 500 Euro vor.
Für die Grundschule „Am Grünen Band“ ist die Platzierung weit mehr als eine sportliche Auszeichnung. Sie bestätigt einen Weg, den die Schule schon länger verfolgt: Kinder sollen erleben, dass Bewegung Spaß macht, Lernen unterstützt und Gemeinschaft entstehen lässt. Das eigene Fazit im eingereichten Konzept bringt genau das auf den Punkt: Die vierwöchige Aktion förderte nicht nur die Freude an Bewegung, sondern stärkte auch Gemeinschaft, Motivation und Kreativität.
Und so darf man in Dippach jetzt mit Fug und Recht ein wenig stolz Richtung Himmel schauen: Die Schulrakete ist nicht nur im Foyer weit nach oben gestiegen – die Grundschule „Am Grünen Band“ ist mit ihrer „Mission Weltall“ bis aufs bundesweite Siegertreppchen geflogen.
